Firmengründer Klemens Ganz, der Großvater der heutigen Betriebsinhaber, erlernte von 1910 - 1914 das Uhrmacherhandwerk und das damals mit verbundene Anfertigen von Brillen. Erfolgreich legte er vor der Handwerkskammer in Schwaben-Neuburg seine Gesellenprüfung ab. Kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges ging er auf Wanderschaft nach Ettlingen bei Karlsruhe und später nach Esslingen.

Sieben Jahre nach seiner Meisterprüfung machte Klemens Ganz sich im Jahre 1928 selbständig und gründete mit seiner Frau Viktoria im heutigen Haus der Bäckerei Kaiser das Uhren-Schmuck- und Optikgeschäft. Im Juli 1938 erwarb er das Anwesen gleich nebenan in der Bahnhofstraße und zog dort mit seiner Familie ein. Das Gebäude wurde mit einem Schaufenster ergänzt. So wurde das neue Haus Privat- und Geschäftshaus zugleich.

 

Sein Sohn Joachim Ganz, der eigentlich andere Pläne hatte, musste den Beruf des Uhrmachers erlernen, denn schließlich galt es zur damaligen Zeit noch als ehrenvoll, einen Berufsnachfolger aus der Familie „nachzuziehen“. So wurde er zum Uhrmachermeister Reuter nach Oettingen im Ries in die Lehre geschickt. Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, erfuhr Jochim Ganz sehr früh. 40,- DM im Monat mussten seine Eltern monatlich beim Lehrherren für freie Kost und Logis abgeben. 50 Pfennige in der Woche im ersten Lehrjahr, gesteigert auf DM 2,- im dritten Ausbildungsjahr war der Lohn. Nur dreimal im Jahr durfte er an Festtagen zu seinen Eltern nach Hause reisen.

Gerne erinnert sich Joachim Ganz an seine Lehrlingsaufgabe: Die drei Turmuhren von Oettingen mussten täglich per Hand von ihm aufgezogen werden, wozu er rund eine Stunde von Uhr zu Uhr unterwegs war. Großes handwerkliches Geschick, Fingerspitzengefühl und sogar Musikalität zur exakten Ermittlung der Schwingungszahl der Unruhe waren erforderlich, um den hohen Anforderungen des Uhrmacherberufes gerecht zu werden. Das Schleifen von Brillengläsern und das Anfertigen und Anpassen der Brillen gehörte damals zur Ausbildung. Nach erfolgreicher Gesellenprüfung ging Joachim Ganz nach Schongau und arbeitete dort im Uhren-Schmuck-Optikgeschäft Huber als Uhrmachergeselle und Augenoptiker. Nach seiner Heimkehr ins elterliche Geschäft fuhr Joachim Ganz jeden Samstag von Juni bis September mit dem Fahrrad nach Augsburg zur Meisterprüfungsvorbereitung. Das Meisterstück, ein Stabwerk, in dem die Räder vertikal angeordnet waren, läuft noch heute und kann in unserem Spezialfenster „Tradition verpflichtet" besichtigt werden.

GANZ für Sie da, wenn es um Uhren und Schmuck geht